Quelle LWF: Regierungspräsident Walter Jonas und Dr. Peter Pröbstle, Präsident der
LWF, präsentieren die Ergebnisse der 4. Bundeswaldinventur für die
Oberpfalz. (© Regierung Oberpfalz/Kammermeier)
Regensburg/Freising,
14. Juli 2025: Die Wälder in der Oberpfalz werden etwas vielfältiger,
naturnäher und reicher an Laubbäumen und Totholz. Dies ist ein Ergebnis
regionalisierter Auswertungen aus der aktuellen Bundeswaldinventur
(BWI), die heute die Bayerische Landesanstalt für Wald und
Forstwirtschaft (LWF) zusammen mit dem Regierungspräsidenten der
Oberpfalz im Wald zwischen Alling und Bergmatting bei Regensburg
vorgestellt hat. Die Holzvorräte in der Oberpfalz sind in den letzten 10
Jahren weiter angestiegen, auf insgesamt 177 Millionen Kubikmeter.
Dieser Anstieg bietet zwar auch größere Chancen zur Holznutzung – vor
allem aber steigt das Risiko für Borkenkäfer & Co.
Der
Waldumbau in der Oberpfalz macht Fortschritte. Die Anteile von Laubholz
und Tanne sind in den letzten 10 Jahren angestiegen, allerdings in
geringerem Umfang als in anderen Regierungsbezirken. „Dieser Waldumbau
ist eine wichtige Leistung der Waldbesitzer und Försterinnen und Förster
und enorm wichtig für die ganze Bevölkerung“, betonte
Regierungspräsident Walter Jonas. Denn Wälder haben wichtige Funktionen
zum Beispiel für Trinkwasserschutz, Erholung und Biodiversität und
liefern den nachwachsenden und klimafreundlichen Rohstoff Holz.
„Die Wälder entwickeln sich weiter in Richtung
mehr Naturnähe und Klimatoleranz, aber in Anbetracht des rasanten
Klimawandels müssen wir unsere Bemühungen um den Waldumbau in der
Oberpfalz noch wesentlich verstärken“, ergänzt der Präsident der LWF,
Dr. Peter Pröbstle.
Die Holzvorräte in der Oberpfalz sind in den
letzten 10 Jahren deutlich angestiegen, auf nunmehr 177 Mio. Festmeter.
Vor allem der Vorrat der Fichte hat sich weiter erhöht. „Im Hinblick auf
die zunehmenden Risiken durch Hitze, Trockenheit, Feuer und Schädlinge
besteht hier ein erhebliches Risiko für Waldbesitzer“, stellte Pröbste
fest. Jährlich wachsen in der Oberpfalz durchschnittlich rund 4,2 Mio.
Festmeter Holz nach. Dies ist etwas weniger als in der letzten
Inventurperiode. Die Holznutzung ist ebenfalls zurückgegangen und liegt
mit rund 3 Mio. Festmeter pro Jahr deutlich unter dem Zuwachs. „Wir
müssen die Holznutzungspotentiale in der Oberpfalz in den kommenden
Jahren auch im Kleinprivatwald besser ausschöpfen und damit auch der
Verjüngung mehr Licht geben“, so Pröbstle.
Für die nächste Waldgeneration zeigt die
Bundeswaldinventur für die Oberpfalz einige positive Trends: auf knapp
einem Drittel der Waldfläche wachsen schon junge Bäume unter dem Schutz
des Altbestandes. Diese Verjüngung besteht zu 49 % aus Laubbäumen. Die
Fichte ist mit 39 % immer noch die häufigste Baumart in der Verjüngung.
Daher ist gerade im Hinblick auf den Klimawandel eine Forcierung des
Waldumbaus mit einer möglichst großen Baumartenvielfalt erforderlich.
Auch im Bereich Waldnaturschutz gibt es
Fortschritte: Die Totholzvorräte sind deutlich gestiegen – auf rund 23
Festmeter pro Hektar. Damit liegt die Oberpfalz jedoch noch unter dem
bayerischen Durchschnitt.
Die Bundeswaldinventur liefert im zehnjährigen
Turnus fundierte Daten zur Entwicklung und zum Zustand der Wälder in
ganz Deutschland. Für die aktuelle Erhebung haben Försterinnen und
Förster in Bayern an rund 8 000 Aufnahmepunkten rund 100 000 Bäume
vermessen und Informationen zur Waldentwicklung erhoben.
Quelle: LWF